Liebe Beziehung Selbstwert Partnerschaft glücklich

Serie: Beziehungen als Selbstwert-Pusher. Teil 1

Wer macht sein Selbstbewusstsein von der Liebe abhängig?

Teil 1: Was glauben Männer & Frauen?

In einer Beziehung zu sein ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Manche finden die Erfüllung in der Liebe und fühlen sich erst dann „ganz“, wenn sie den „passenden“ Partner bzw. die „passende“ Partnerin gefunden haben. Sehr oft sprechen Menschen in Beziehungen ja auch über den anderen als „meine bessere Hälfte“. Auch wenn es zum Teil scherzhaft gemeint ist, zeigt es doch, wie sehr Partnerschaft und der eigene Selbstwert miteinander sogar im täglichen Sprachgebrauch verknüpft sind. Doch wer baut den eigenen Selbstwert eigentlich mehr auf einer Beziehung auf – Männer oder Frauen? Sind es die angeblich emotionalen Frauen, die immer nach Intimität suchen? Oder doch die Männer, die Unmengen an Geld investieren für Datingportale oder Programme wie „Gewinne deine Ex zurück“?

Was ist Liebe in Beziehungen? Eine mal etwas andere Sichtweise…

Zuerst muss man sich die Frage stellen, was Liebe in Beziehungen eigentlich ist, woran dann der Selbstwert bemessen wird. Sehr oft wird Liebe nämlich mit den emotionalen Aspekten einer Beziehung gleichgesetzt, d.h. Verbindung, Intimität o.ä. Also das, was man aus jedem Liebesroman oder Bridget Jones Film kennt…

Dieser Tage wird Liebe oft stark eindimensional gesehen – manche nennen es die „Feminisierung von Liebe“ (wobei ich persönlich den Begriff unglücklich gewählt finde – aber von der Idee her ist es sehr spannend). Das ist vielleicht auch ein Grund, warum so viele Menschen enttäuscht sind von Beziehungen, wenn dieser EINE Aspekt nicht erfüllt wird wie gedacht. Zumal alles emotionale extrem subjektiv ist und somit jeder anders definiert.

Allerdings gibt es ja noch viel mehr Gründe, wofür man in einer Beziehung ist! Häufig unterschätzte Motive sind die zweckmäßigen Aspekte. Zum Beispiel hat man eine Beziehung, um jemanden zu haben, der einen unterstützt, mit dem man sich die Finanzen teilen kann, der zu einem besseren sozialen Status verhilft und und und… Das mag jetzt nicht so romantisch klingen – soll es aber auch gar nicht. 😊

Der Selbstwert in Beziehungen

Um zu prüfen, wie stark der eigene Selbstwert von einer Beziehung abhängig ist, haben Forscherinnen und Forscher aus den USA 114 Männer und 171 Frauen in Beziehungen befragt (ca. 40% davon waren verheiratet, im Mittel waren sie 30,8 Jahre alt). Im ersten Teil der Studie, haben sie die Vorurteile erhoben. Dafür haben sie sie nach ihrer Meinung gefragt, wie stark Männer im Vergleich zu Frauen ihren Selbstwert festmachen würden an

  1. der Beziehungsqualität, einem emotionalen Aspekt. Zum Beispiel: „Wie sehr glaubst du machen Männer / Frauen ihr Selbstbewusstsein von der Verbundenheit und Intimität ihrer Beziehung abhängig?“
  2. dem Beziehungsstatus, einem zweckmäßigen Aspekt. Zum Beispiel: „Wie sehr glaubst du machen Männer / Frauen ihr Selbstbewusstsein davon abhängig in einer Beziehung zu sein?“

Was glauben die Leute?

Die Befragung lieferte ein eindeutiges Bild, bei denen die Frauen schlecht wegkommen:

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(1 = stimme überhaupt nicht zu; 7 = stimme voll und ganz zu)

Die Befragten glauben, dass Frauen sowohl ihren Selbstwert stärker am Beziehungsstatus festmachen als auch an der Qualität der Beziehung. Mit einem Maximum von 7 (vollkommene Zustimmung) wird den Frauen von beiden Geschlechtern eine hohe Abhängigkeit von Beziehungen unterstellt. Und beides stellt einen starken Effekt dar! Das Vorurteil, dass Frauen von der Liebe abhängiger seien und Männer eher frei und dafür mehr in andere Bereiche investieren wie den Job bzw. die Karriere scheinen sich hier zu bestätigen.

Dann schauen wir im nächsten Blogeintrag mal, wie die Realität aussieht. Wie ticken Männer und Frauen wirklich?

Take-home message

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Quelle: Kwang, T., Crockett, E. E., Sanchez, D. T., & Swann, W. B. (2013). Men seek social standing, women seek companionship: sex differences in deriving self-worth from relationships. Psychological Science, 24(7), 1142–1150.